Schutz für Wildbienen

Der Lebensraum für Wildbienen schwindet immer mehr. Dabei übernehmen sie eine wichtige Aufgabe bei der Bestäubung unserer Kulturpflanzen. Ohne gute Bestäubung setzen Obstbäume weniger Früchte an.

 

Nur ein grob ein Viertel aller Wildbienen baut Nester im Holz, drei Viertel dagegen nisten am Boden. Im Garten können wir für sie Plätze in lockerer Erde freilassen und für viele Blumen sorgen, die Nektar und Pollen liefern.

 


Sandbiotop am Spielplatz

Hartmut Writh mit seinem Bienenstand. - Foto: Monika Stützer
Hartmut Writh mit seinem Bienenstand. - Foto: Monika Stützer

Der Spielplatz an der Blumenstraße in Grötzingen wurde mit Unterstützung vom KiJu saniert: Nachdem die Spielgeräte platziert wurden, hat der Bauhof nach unserer Vorschlagsliste Bäume und Sträucher gepflanzt.

 

Hartmut Writh von unserer Ortsgruppe hat einen vorbildlichen Bienenstand gebaut und am oberen Ende des Spielplatz-Geländes aufgestellt. Die angebrachten Informationstafeln klären über die Bedürfnisse der Wildbienen auf.

 

Nur gut 20 % aller Wildbienenarten brüten in den Röhren, die sich im Holz befinden. Die anderen graben Niströhren in lockere Erde, für sie legten wir neben dem Bienenstand ein Sandbiotop an.  Die Informationen am Bienenstand werden immer wieder ausgewechselt und stehen allen zur Verfügung.

Gemeinsam haben wir die Erde tief ausgehoben. - Foto: J.Rubach
Gemeinsam haben wir die Erde tief ausgehoben. - Foto: J.Rubach

Für das Sandbiotop haben Aktive von NABU und KiJu gemeinsam eine Grube ausgehoben, in die der Bauhof ungewaschenen Sand eingefüllt hatte. Es ist wichtig, dass der Sand noch Tonanteile enthält, damit die Brutröhren der Wildbienen ihre Form behalten.

 

Zur Bepflanzung haben wir krautige Pflanzen ausgewählt, die Blütezeiten rund ums Jahr abdecken. Es wird ein spannendes, bunt blühendes, von Insekten umschwärmtes Areal entstehen (keine Angst: Wildbienen stechen nicht).

Der lückige Bewuchs wird sich bald ausbreiten. - Foto: Agnes Pahler
Der lückige Bewuchs wird sich bald ausbreiten. - Foto: Agnes Pahler

Trockenheitsverträgliche und bunt blühende, möglichst einheimische Pflanzenarten sollen bald einwurzeln.

Die Fläche darf aber nicht zuwachsen, ein großer Teil der Fläche muss offen bleiben, damit die Wildbienen Zugang zum Boden haben und ihre Brutröhren bauen können.

 

Die Pflanzen waren noch nicht gesetzt, da kamen die ersten Wildbienen und Schwebbienen herbei und inspizierten das Gelände.


Biologiestunde

Hartmut Writh spricht vor der dritten Klasse über Wildbienen.
Hartmut Writh spricht vor der dritten Klasse über Wildbienen.

Die Klasse 3a an der Weiherbachschule erlebte am Dienstag, den 8. April 2025, eine Biologiestunde der besonderen Art: Die Lehrerin Frau Müller-Laub hatte Hartmut Writh von unserer NABU Ortsgruppe eingeladen, um über sein Herzensthema, die Wildbienen und andere Bestäuber-Insekten zu erzählen.

 

Beeindruckt waren nicht nur die Schüler, sondern auch der Referent. Hartmut Writh berichtet:

 

„Als pensionierter Management-Trainer im Automobilsektor hatte ich vorab richtig Lampenfieber. Fordernde Manager in der Ausbildung kannte ich. Engagierte Drittklässler waren mir bisher als Teilnehmer unbekannt. Umso überraschter war ich, wie sehr die Kinder interessiert waren, wie stark sie sich einbrachten und wie gut sich einige im Vorfeld bereits informiert hatten.

Die 45 Minuten waren für uns alle im sehr positiven Sinne viel zu kurz. Alle waren von dem geheimen Leben der Wildbienen begeistert und ich erlebte ganz gerührt, wie viele Ideen es gab, um diese Brummer besser zu schützen. Besser geht es nicht. Junge Menschen entwickeln eigene Ideen, um bedrohte Arten zu fördern.“

 

Ein Ziergarten für Wildbienen entsteht

Mauergarten in Grötzingen. - Foto: Agnes Pahler
Mauergarten in Grötzingen. - Foto: Agnes Pahler

In den Mauergärten von Grötzingen legt Hartmut Writh einen blumenreichen Ziergarten für Wildbienen an. Den verwilderten einstigen Nutzgarten hat er gerodet und pflanzt Stück für Stücke Pflanzen, die viel Nektar und Pollen für Wildbienen bieten.

 

Wichtig war die Anlage eines Sandariums, denn mehr als Dreiviertel aller Wildbienen brüten in offener, lockerer Erde.

 

Der Garten wird mustergültig mit bienenfreundlichen Pflanzen bestückt, damit möglichst das ganze Jahr über etwas blüht.

Wildbienen verstehen, schützen und fördern

Eine Präsentation von Hartmut Writh

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