Ahorngallen

Gallen der Ahorngallmilbe am Feldahorn. - Foto: Agnes Pahler
Gallen der Ahorngallmilbe am Feldahorn. - Foto: Agnes Pahler

Sind sie abschreckend, ein Krankheitssymptom oder schön anzusehen? Auf jeden Fall sind die hörnchenförmigen Gallen auf den Ahornblättern spannend. Das Laub unserer Gehölze hat sich bis zum Juli voll entfaltet und schon zeigen sich tierische Nutznießer dieses Wachstums.

 

Winzige Gallmilben haben jeweils ein Ei in eine Pflanzenzelle abgelegt. Die Pflanze wird zur Bildung eines harten, 5 mm langen Auswuchses angeregt. Diese gelbe bis rote Galle hüllt die junge Gallmilbe schützend ein und bietet ihr zugleich Nahrung für die Entwicklung. Ausgewachsene Gallmilben verkriechen sich zum Überwintern unter Knospenschuppen und Rindenritzen. Von dort aus werden sie im nächsten Frühjahr auf den jungen Austrieb übergehen. Schäden verursachen Gallmilben an ihren Wirtspflanzen nicht, auch nicht auf Rosen. Gegenmaßnahmen sind nicht nötig, aber ein starker Rückschnitt dämmt übermäßigen Befall ein.

 

 

Die traditionelle japanische Blumensteckkunst Ikebana veranschaulicht mit wenigen Elementen die Stellung des Menschen zwischen Himmel und Erde. Zur Ausgestaltung eines Ikebana-Gestecks verwendet man immer auch Blätter. Dafür wählt man keine makellosen Gebilde, sondern ganz bewusst Blätter mit Fraßspuren und Narben. Sie symbolisieren natürliche Abläufe. Die Anhäufung von Gallen auf dem Ahornblatt verdeutlicht vor allem eines: Hier ist Leben. Die tiefe Naturverbundenheit der Japaner bringt dies in schlichten, höchst kunstvollen Gestaltungen zum Ausdruck.