Wir retten Amphibien: 2024

Erdkröte. - Foto: Birgit Schmidt
Erdkröte. - Foto: Birgit Schmidt

11. Februar 2024: Die ersten Frösche und Kröten sind unterwegs zu ihren Laichgewässern. Wie wir im vergangenen Jahr nachweisen konnten, machen sich viele Frösche und Kröten auf zu den Teichen beim Golfplatz Hammetweil.

 

16, Februar: Inzwischen steht der Amphibienzaun auf der südlichen Straßenseite. Noch ist es aber nachts recht kalt: Bei Temperaturen um 2 °C sind kaum Amphibien unterwegs. Bisher treffen wir nur vereinzelte Tiere an.

Morgenrot am Golfplatz Hammetweil. - Foto: Birgit Schmidt
Morgenrot am Golfplatz Hammetweil. - Foto: Birgit Schmidt

Selbst ausgesprochene Morgenmuffel äußern sich begeistert über die herrliche Morgenstimmung am Golfplatz: Es ist still, ein Rotkehlchen trällert und die Blesshühner balzen.

 

Es macht Freude, den Tieren einen sicheren Zugang zum Wasser zu ermöglichen. Mithelfer sind weiterhin willkommen. Amphibienretter melden sich bitte bei Sabine Grüdl (0174 3748074 oder neckartenzlingen@nabu-aichtal.de).

Wir retten Amphibien: 2023

Im Jahr 2023 hatten wir ab dem 10. März morgens und abends Amphibien über die Straße bei den Teichen am Golfplatz Hammetweil getragen. Zuerst fanden wir nur wenige Tiere. Nach dem 18. März stieg die Anzahl sprunghaft in die Höhe. Die kalte Witterung hatte die Tiere zurückgehalten und mit ansteigenden Temperaturen war der Drang, zum Laichgewässer zu gelangen ungeheuer groß. Der große Ansturm schien ab 22. März schon wieder vorbei zu sein. Es folgten trockene, dann wieder feuchte und kalte Tage. Bereits nach gut drei Wochen haben wir die Aktion wieder beendet.

 

Zunehmend nahmen wir Anfang April Rückkehrer auf, also Kröten und Frösche, die vom Laichgewässer fort über die Straße zurück in sicheres Gebüsch ziehen wollen. Doch leider werden Tiere überfahren. Viele vorbeifahrende Autos beachten die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h nicht und fahren viel zu schnell.

 

Grasfrosch im dürren Gras. - Foto: Birgit Schmidt
Grasfrosch im dürren Gras. - Foto: Birgit Schmidt

Wir tragen die Tiere über die Straße und den Straßengraben hinweg in sicheres Gebüsch. Die meisten Tiere hüpfen schnell davon und verstecken sich so schnell wie möglich im hohen Gras.

Grasfrosch. - Foto: Birgit Schmidt
Grasfrosch. - Foto: Birgit Schmidt

Mit Handschuhen nehmen wir die Tiere aus den Eimern. Sie bedeuten für uns keine Gefahr, doch müssen wir die Kröten und Frösche vor unseren Keimen und vor möglichen Krankheitserregern schützen.

 

Bis 13. März haben wir nur wenige Tiere gezählt. Ab 18. März nahm die Amphibienwanderung Fahrt auf. Wir konnten morgens und abends über 60, tags darauf 120 und später über 80 Tiere zählen.

 

 

 

Erdkröten im Doppelpack. - Foto: Birgit Schmidt
Erdkröten im Doppelpack. - Foto: Birgit Schmidt

Manche Tiere habe bereits einen Paarungspartner gefunden. Das viel größere Weibchen trägt das kleine Männchen auf dem Rücken und möchte das Laichgewässer erreichen.

 

Wir befördern den "Doppeldecker" behutsam über die Straße.

Bergmolch in sicheren Händen. - Foto: Birgit Schmidt
Bergmolch in sicheren Händen. - Foto: Birgit Schmidt

Bergmolche fallen nicht so leicht in die Eimer, wir finden sie oft entlang des Zaunes. Wir nehmen sie vorsichtig auf und besorgen den sicheren Transport über die Straße, die vielen als Rennstrecke dient (trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung).

Feuersalamander. - Foto: Birgit Schmidt
Feuersalamander. - Foto: Birgit Schmidt

Hin und wieder verirrt sich ein Feuersalamander. Er will nicht zu den Teichen gelangen. Vielmehr gehört er zur großen Population, die am Bach unterhalb des Forstweges lebt.

 

Wir nehmen die Tiere behutsam auf und tragen sie die Straße entlang. Wir setzen sie auf der gleichen Straßenseite in der Nähe des kühlen Fließgewässers aus.

Manuel Maier (Gemeinde Neckartenzlingen), Petra Will (Golfplatz Hammetweil) und Agnes Pahler (NABU Aichtal-Neckartenzlingen) am Amphibienzaum. - Foto: Birgit Schmidt
Manuel Maier (Gemeinde Neckartenzlingen), Petra Will (Golfplatz Hammetweil) und Agnes Pahler (NABU Aichtal-Neckartenzlingen) am Amphibienzaum. - Foto: Birgit Schmidt

In Absprache mit der Gemeinde Neckartenzlingen, dem Landratsamt Esslingen, dem BUND und der Golfplatz-Geschäftsführung wurde bei den Tümpeln am Golfplatz Hammetweil ein Amphibienzaun aufgestellt. Entlang des Amphibienzauns wurden insgesamt 22 Eimer eingegraben, in die nachts Kröten und Frösche fallen, die ihre Laichgewässer aufsuchen wollen.

 

Etliche Helfer stehen bereit, um frühmorgens die Tiere zur anderen Straßenseite in Sicherheit zu bringen. In der Vergangenheit wurde an der Verbindungsstraße zwischen Neckartenzlingen bzw. Altenriet und Pliezhausen-Dörnach viele Amphibien überfahren. Das wollen wir ab diesem Jahr verhindern.

 

Der Bauhof Neckartenzlingen hatte den Zaun am 3. März aufgestellt und die Eimer eingegraben. In den folgenden frostigen Nächten blieben sie jedoch noch geschlossen. Am 9. März wurden die Deckel der Eimer entfernt, die Amphibienwanderung konnte beginnen.

Unsere Präsentation zur Amphibienrettungsaktion am Golfplatz Hammetweil im Jahr 2023:

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